Anschaffung

SoSo, du findest uns so putzig, dass du selbst überlegst dir eine Katze anzuschaffen? Da haben wir auch schon den aller ersten Irrtum. Eine Katze schafft man sich nicht an. Man legt sie sich auch nicht zu. Es ist eher so, dass wir Samtpfoten euch Menschen die Ehre unserer Anwesenheit erweisen. Ihr könnt uns in einer unwürdigen und grausligen Zoohandlung erstehen; ihr könnt uns bei einem Züchter oder Tiervermehrer kaufen; ihr könnt uns aus dem Tierheim holen. Schließlich und endlich unterliegt es aber unserem Wohlwollen, ob wir eine Art Team bilden oder nicht.
Fehler Nummer 2 in der Überlegung ist, "eine Katze". Hast du schon eine Katze? Warum sollen wir alleine leben? Selbst wenn du den ganzen Tag zu Hause wärst, könntest du uns einen Artgenossen niemals ersetzen. Also wenn du überlegst, dein Revier in Samtpfoten zu legen, dann mindestens in acht Samtpfoten.

Nein, wir möchten dir deinen Wunsch nach einem Haustier nicht gleich wieder ausreden. Wir möchten nur für dich das Beste. Und natürlich, für die Fellnasen, die ja dein Revier übernehmen sollen.
Lebst du alleine? Hast du eine Allergie? Dein Partner oder eines deiner Kinder? Und überhaupt, sind deine Kinder schon so weit, dass sie ein Tier als eigenständige Persönlichkeit anerkennen können und nicht als Spielzeug, dem man am Schwanz zieht oder in die Ohren beißt?
Katzen können steinalt werden. Ein Alter von 20 Jahren ist keine Seltenheit und es ist unerträglich, wenn wir nach ein paar Jahren wieder weggegeben oder ausgesetzt werden, nur weil man das Interesse an uns verloren hat. Eltern, die ihren Kindern ein Haustier bewilligen, sollten immer damit rechnen, dass die Arbeit mit dem Vierbeiner an ihnen hängen bleibt. Kinder können diese Verantwortung noch gar nicht überblicken.

Lebst du in einem Haus mit Garten? Lebst du in einer Wohnung? Wie groß ist diese Wohnung? Lebst du dort zur Miete, oder gehört das alles dir?
Zwar ist es rechtlich nicht mehr erforderlich die Einwilligung des Vermieters einzuholen, wenn man einer Samtpfote ein Zuhause geben möchte. Aber was nutzt einem alle Heimlichkeit, wenn man zwei Monate später vor die Wahl gestellt wird, entweder die Katze geht oder Kündigung. Gründe dazu finden Vermieter immer. Und wenn im Mietshaus noch genügend Menschen wohnen, die etwas gegen Katzen haben, dann kommt solch ein Kündigungsschreiben ratzfatz.

Verfügst du über ausreichend Möglichkeiten deine Wohnung oder dein Haus zu sichern? Wir lieben es zu klettern. Ein Kippfenster ist eine herrliche Herausforderung. Aber das ist gefährlich, was wir leider nicht bedenken. Bist du gewillt deinen Balkon mit einem Schutznetz zu versehen, damit wir nicht herunterfallen können? Sicher, wir haben sieben bis neun Leben, aber eine kleine falsche Drehung im Fall und wir können uns erheblich verletzen.
Wenn wir durch die Wohnung toben, dann steckt da viel Kraft und Tempo hinter. Kannst du damit leben, dass vielleicht etwas vom Porzellan zu Bruch geht? Mal ein Gerät fällt oder ähnliches?

Mit einem Tier sind auch immer >>Kosten verbunden. Bei einer seriösen Anschaffung musst du einen Schutzvertrag abschließen und eine Schutzgebühr für deinen neuen Mitbewohner bezahlen. Aus guter Haltung kommend, ist ein Tier mindestens durch geimpft und entwurmt. Im besten Fall (in Tierheimen die Regel, bei Privatabgaben entscheidet da der Zeitpunkt der Abgabe drüber) sogar kastriert. Diese Kosten fließen in die Schutzgebühr nicht selten mit ein. Unsere Dosi hat für uns z.B. 200 Euro bezahlt. Pro Fellnase 100. Wir waren geimpft und entwurmt und Ex-Dosi Sonja konnte auch relativ sicher sein (damals kannte sie Bigi ja noch nicht), dass unser Mensch nicht irgendein böses Tier ist, was uns quälen will oder in ein Labor abgeben.
Weitere Kosten fallen an für den täglichen Bedarf, wie z.B. Futter, Katzenstreu und Leckerlis. Wir brauchen ein Katzenklo mindestens und einen Transportkorb sollte man auch immer da haben, für den Tag, an dem man mit uns zum Tierarzt muss. Dann haben wir Spielzeug sehr gerne. Natürlich muss das nicht das superteure aus dem Designerhandel sein, oft reicht auch ein Schokopapierchen. Aber es sollte uns doch ausreichend Abwechslung geboten werden. Auch wenn du zwei Samtpfoten nimmst, bist du nicht aus der Verantwortung dich zu kümmern. So wie du dir deine Kuscheleinheiten wünschst, tun wir das auch. Und so möchten wir auch manchmal mit dir auf allen Vieren durch die Bude flitzen. Einen Kratzbaum sollte man seiner Fellnase anbieten. Schon um ständige Anschaffungen neuer Möbel zu vermeiden. Haben wir erstmal den Dreh raus Tischbeine zu Spänen zu verarbeiten oder eine Couch so lange zu bearbeiten, bis das Material wunderbar flockig ist, bekommt man das aus uns nicht mehr heraus. Darum lieber ausreichend katzengerechte Kratzmöglichkeiten bieten. Hier kann man eine Menge sparen, wenn man sich das alleine baut. Aber es kostet auf alle Fälle Geld, darüber sollte man sich im Klaren sein. Ja und dann fallen in regelmäßigen Abständen Tierarztbesuche an. Vor allem, wenn deine Samtpfote eine Freigängerpfote sein darf, sind Untersuchungen und regelmäßige Impfungen unbedingt Pflicht. Über Kastrationen streiten sich leider immer noch die Geister. Wir werden kastriert und finden das erstmal gar nicht so schlimm. Und Argumente wie: "Wir möchten aber, dass unsere Katze einmal Junge kriegt, weil die Kleinen sind ja soooo süß", sind in ihrer Konsequenz einfach nur fahrlässig. Aber so sehen wir das. Es gibt genug Katzen, die auf neue Menschen warten, ohne dass man ständig nachproduzieren muss.

Wir haben Fell. Wer Fell hat verliert es auch. Wir bekommen Winterfell. Wir kommen in Fellwechsel. Kannst du damit leben, dass man dir immer und überall ansieht, dass du Dosenöffner eines Vierbeiners bist? Denn unsere Haare finden sich überall. Auf den Socken, in den Schuhen, auf dem schwarzen Blazer und auch auf dem NadelstreifenArmaniAnzug.

Wie gesagt, werden wir bis zu 20 Jahre alt. Das heißt in dieser Zeit bist du eingeschränkt in deiner Urlaubsplanung. Wir wechseln nicht gerne Haus und Hof und bleiben lieber in unserer gewohnten Umgebung. Hast du jemanden, der dann auf uns aufpasst, uns füttert, unsere Katzenklos säubert und sich mit uns ein wenig beschäftigt, bis du wieder kommst?
Oder stell dir vor (wir hoffen es nicht, aber es kann alles passieren), du wirst krank und musst ins Krankenhaus oder noch schlimmer du stirbst. Bist du sicher, dass auch in solchen Fällen für uns gesorgt werden kann?
Immer öfter werden wir zu Scheidungsopfern. Ein Ehepaar schafft sich eine Katze an, lässt sich scheiden und danach will niemand mehr das Tier haben.

Wenn du alle diese Fragen zu unseren Gunsten beantworten kannst, dann spricht nichts dagegen, dass du dir dein Revier mit einer Katze, besser mit zwei Katzen teilst. Wir freuen uns auf dich.


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*schnurr*




[Neugierig?]
GastPfoten
ShitMaunz
Sie hat uns doch geknippsert.


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