Toxoplasmose

Toxoplasmose – Eine Angst geht um und bringt uns vielfach in Tierheime, lässt unsere Menschen uns aussetzen oder schlimmeres.

Toxoplasma gondii – ist ein winziger, einzelliger Parasit, der weltweit unter Säugetieren, Vögeln und Menschen verbreitet ist. Eine infizierte Katze scheidet für kurze Zeit mit dem Kot die sehr widerstandsfähigen Oozysten (Frühstadium des Erregers) aus, die nach einer Enzwicklungszeit von 2 bis 4 Tagen in der Umwelt infektionstüchtig werden. Über die Nahrungskette kann Toxoplasma gondii nahezu alle warmblütigen Tiere einschließlich unserer landwirtschaftlichen Nutztiere heimsuchen und auch anstecken.

Beim Menschen funktioniert die Infektion in der Regel durch nicht ausreichend erhitztes, gekochtes oder durchgebratenes Fleisch. Aber auch wir Samtpfoten können Schuld an einer Infektion tragen, da wir die Ooszysten im Katzenklo oder im Garten ausscheiden.
Ca. 80 % der Bevölkerung hat im Laufe des Lebens Kontakt zu dem Erreger und wird nach der überstandenen Infektion immun gegen die Erkrankung.

Eine wirklich Gefahr ist die Toxoplasmose für ungeborene Kinder, wenn sich ihre Mütter erstmals in der Schwangerschaft infizieren. Gelangt es dem kleinen fiesen Erreger, sich in die Gebärmutter zu schleichen, ist das Unheil besiegelt und er ist verantwortlich für Frühgeburten oder Schädigungen des zentralen Nervensystems beim Kind.

Dieses Wissen um die Infektionsmöglichkeit und –kette sorgt nun für panische und teilweise hysterische, werdende Mütter, die sofort im nächsten Tierheim anrufen, um ihren Stubentiger zu entsorgen. Das ist aus der Reihe der unmöglichen Reaktionen die, die man noch akzeptieren kann. Aus Sorge um die Gesundheit des ungeborenen Kindes werden Katzen aus dem Umfeld der schwangerer Frauen verbannt.

Dabei ist der normale Kontakt zum Stubentiger vollkommen gefahrenfrei. Wir scheiden den Erreger mit dem Kot aus, und das ausschließlich. Wenn Katzen wie wir reine Stubentiger sind, sind wir in der Regel sogar ein Leben lang toxoplasmosefrei, es sei denn unser Mensch gönnt uns hin und wieder ein rohes Steak. Ganz sicher über Sein oder Nichtsein des Erregers kann man sich als Mensch sein, wenn man den Tierarzt um eine Blutuntersuchung bittet.

Aber auch wenn der Erreger nicht nachgewiesen werden kann, sollte die werdende Mama bei ihrem Arzt eine Blutuntersuchung auf Toxoplasmose-Antikörper anregen. Sind definitiv keine Antikörper nachweisbar, ist das dann auch noch kein Grund, uns in die Verbannung zu schicken.

Die Mama nimmt sich Reinigungsfrei und übergibt die Reinigung unseres Katzenklos an ein anderes Familienmitglied. Sollte das nicht möglich sein, weil Mama zwar schwanger aber alleinerziehend ist, schützt sie sich bei der Reinigung mit Einmalhandschuhen. Die tägliche Reinigung des Katzenklos, die sowieso selbstverständlich sein sollte, aber in diesem Fall wichtiger denn je ist, verhindert die Reifung der Toxoplasma-Frühstadien. Auch bei der Gartenarbeit sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, da der eigene Tiger sicher nicht das einzige Lebewesen im heimischen Grün ist. Die Gefährdung beim Umgang mit katzenkotverseuchter Erde ist um ein Vielfaches größer als der Umgang mit der eigenen Katze.

Der Verzehr von rohem Fleisch sollte, wie schon erwähnt einfach unterlassen werden. So lecker ihr auch ein Tartar- oder Mettbrötchen findet liebe Menschen, ihr könnt euch an nicht ordnungsgemäß gegartem oder rohen Fleisch infizieren. Ebenso wichtig ist der hygienische Umgang mit rohem Fleisch während der Zubereitung. Die toxoplasmose-negative schwangere Frau sollte auch in diesem Fall Handschuhe tragen oder sich anschließend gründlich die Hände waschen.

Und wenn die Menschen das alles beachten – und die werdende Mama sich dahingehend an ein paar kleine Regeln hält, dann ist das alles gar nicht so wild mit diesem kleinen, winzigen, einzelligen Parasiten. Und der Stubentiger kann problemlos bei seinem geliebten Menschen bleiben.
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*schnurr*




[Neugierig?]
GastPfoten
ShitMaunz
Sie hat uns doch geknippsert.


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